Der 7. und 8. Spieltag der Schachbundesliga bescherte den Schachfreunden Deizisau zwei wichtige Mannschaftspunkte. Zwei 4:4-Unentschieden gegen starke Gegner können insgesamt als Erfolg gewertet werden.

Schachfreunde Deizisau - SC Heimbach-Weis-Neuwied 4:4

Gegen die Pfälzer erreichten wir ein leistungsgerechtes Unentschieden. Tamas Banusz musste sich dem Polen Kosakowski geschlagen geben, dafür glich unser Altmeister Zdenko Kozul am achten Brett mit einem Sieg gegen den Ukrainer Roshka aus. Die übrigen Partien endeten remis, darunter auch die Begegnungen unserer Nationalspieler Matthias Blübaum und Dmitrij Kollars.

Kollars hatte dabei etwas Glück, dass Kramer seinen Fehler 62. Le5?? nicht bestrafte. 62. ...Te6! gewinnt entweder den weißen Läufer, z.B. durch 63. Te4+ Kf5, oder jedenfalls den wichtigen g-Bauern, z.B. durch 63. Te1 Sf7 64. Lc3 Txe1 65. Lxe1 Sd6 nebst ...Sf5. Stattdessen folgte 62. ...Sf5?? , wonach die Stellung wieder im Gleichgewicht war.  

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OSG Baden-Baden - Schachfreunde Deizisau 4:4

Wer vor dem Match einen Punktgewinn gegen den Serienmeister prognostiziert hätte, wäre wohl belächelt worden. Zu deutlich schien die Favoritenrolle der OSG Baden-Baden, die mit Maxime Vachier-Lagrave und Richard Rapport gleich zwei Supergroßmeister jenseits der 2700-Elo-Marke aufbot. Doch an diesem Tag stimmte bei Deizisau fast alles.

Einzig Rustem Dautov musste sich Rustam Kasimdzhanov geschlagen geben, der als einer der Impulsgeber des aktuellen Schachbooms in Usbekistan gilt.

Dmitrij Kollars hingegen gelang eine Glanzpartie: Er besiegte Richard Rapport überzeugend. Die übrigen Begegnungen, darunter auch die Partie von Matthias Blübaum, endeten remis. Der 29-Jährige befindet sich aktuell in der Vorbereitung auf das Kandidatenturnier in Zypern, das am 28. März beginnt, und kann mit seinem Bundesliga-Wochenende zufrieden sein.

Ruben Gideon Köllner demonstrierte eindrucksvoll seine Endspieltechnik. Gegen den einst von Garri Kasparow trainierten Etienne Bacrot fand er mit 63. …Tc7! den einzigen Zug, der das Remis sicherte. Nach 64. Kb6 opferte er seinen Turm auf b7, um im weiteren Verlauf seinen h-Bauern gegen den gegnerischen Turm zu tauschen und die Stellung zu halten.

 

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Tabellenstand und bevorstehender Heimspieltag

Mit nun 8 Punkten aus 10 Spieltagen rangiert Deizisau auf Platz 11. Das ist zwar weniger als erhofft, verschafft aber weiterhin einen soliden Abstand zu den Abstiegsrängen.

Am 21. und 22. März werden die ausgefallenen Runden 9 und 10 nachgeholt. In der heimischen Halle trifft Deizisau auf den Tabellenletzten USV TU Dresden sowie auf den Vorletzten SF Berlin. Mindestens zwei Punkte sind dabei Pflicht, ehe vom 24. bis 26. April die große Finalrunde der Schachbundesliga in Berlin mit drei weiteren Spieltagen ausgetragen wird. Dort könnte Baden-Baden im direkten Duell mit Viernheim noch einmal in den Titelkampf eingreifen.